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  • eick sternhagen

    eick sternhagen

    Hamburg

    • Hitlers bedenkliche Rhetorik

    • Allgemein

    ... Hitler, der von allen Seiten als Naturtalent bezeichnet wurde, wirkte vor allem durch sein Charisma und durch den Rhythmus, die Melodik, die Dynamik, die Betonungsstruktur und seine Stimmlage und -farbe. Er war anhand dieser Mittel fähig, den emotionalen Bereich seiner Zuhörer anzusprechen. Außerdem verfügte er über die Gabe, durch den zweieinhalb Oktaven umfassenden Frequenzbereich seiner Stimme die logischen Denkfunktionen seiner Zuhörer zu hemmen und damit diese in beliebige Richtung zu beeinflussen. ...

    Seine Sprache war Schriftsprache und klang dementsprechend hölzern. Er sprach meistens nicht, sondern schrie seine Botschaft an das Volk heran. ...

    In „Mein Kampf“ schrieb er: „Das Volk ist in seiner überwiegenden Mehrheit so feminin eingestellt, dass weniger nüchterne Überlegung, vielmehr gefühlsmäßige Empfindung sein Denken und Handeln bestimmt.“ ...

    Mit der politischen Rede kann man viel Missbrauch betreiben und es gibt nur einen Weg zu verhindern, dass sich derartiges wie im Dritten Reich wiederholt: Beim Zuhören niemals das Nachdenken zu vergessen und sich nicht von Aussagen mitreißen zu lassen, die einem nur deshalb zusagen, weil sie für die eigene Situation bequem erscheinen.

    Auszug aus Hanna Koglin: http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/108891.html#inside

  • eick sternhagen

    eick sternhagen

    Hamburg

    • Der Irrtum über Feuerbach - Fortsetzung 2

    • Allgemein

    von Eick Sternhagen


    Sein Vorwurf gegenüber Hegel besteht aus zwei Komponenten: Zum einen wirft er Hegel Unchristlichkeit vor, wie aus dem ersten Band seiner gesammelten Werke mit der Kapitel-Überschrift ‘Über Philosophie und Christentum in Beziehung auf den der Hegelschen Philosophie gemachten Vorwurf der Unchristlichkeit’ (1839), hervorgeht. (Feuerbach, Sämtliche Werke I, 1846-66, S. 42-107.) Feuerbach wirft Hegel Hegels Auffassung vor, das Gottesverhältnis des Menschen resultiere aus Gott, nicht weil Feuerbach Gott ablehnt, sondern, weil Hegel durch die ausbleibende Differenzierung von Immanenz und Transzendenz das Verhältnis Mensch-Gott - Gott-Mensch pauschalisiert. Daher fehle Hegel auch (2. Komponente) das Verständnis für die Sinnlichkeit der Christologie, die sich nicht in Worte fassen lasse und die in dem Bedürfnis des Menschen nach Religion wurzelt, und der - mit Bezug auf die Christologie - Werdung des logos in sarx (Fleisch). Durch Jesus werde Gott konkret.

    Sich gegen die Abstrahierung Gottes wendend schreibt Feuerbach: „Gott ... ist kein Ding, das du mit dem Fernrohr am Himmel der Astronomie oder mit dem Suchglas in einem botanischen Garten ... finden kannst, du findest ihn nur im Glauben.“ (Feuerbach, Sämtliche Werke I, S. 480 ff.). Der Mensch jedoch in seiner (Feuerbachs) Zeit bleibe nicht bei der Wirklichkeit Gottes, seiner Inkarnation in Christus, sondern hypostasiert seine Wunschvorstellungen auf einen fernen Gott. (Vgl. Feuerbach, Das Wesen des Christentums, S. 238). Jesus, so Feuerbach, sei „in der Tat eine Inkarnation Gottes“ (Feuerbach, Das Wesen des Christentums, S. 109). Aus dem außersinnlichen Wesen (Gott), dem logos, wird ein sinnliches Wesen (Gott), sarx (Fleisch). (Vgl. Feuerbach, Sämtliche Werke I, S. 255, S. 284, S. 287).

    • Fritzi

      Fritzi

      • Re: Der Irrtum über Feuerbach - Fortsetzung 2

      • Allgemein

      Na, dann hat Feuerbach wahrhaft verstanden, worum es im Christusgeschehen geht! Das sieht man auch daran, dass Feuerbach schreibt, dass das höchste und erste Gesetz die "Liebe des Menschen zum Men...

  • karlchen_1

    karlchen_1

    • Was studieren?

    • Studium

    Hallo, hat jemand eine tolle Idee für einen guten Studiengang? Ich wollte zuerst Ingenieur werden, weil da die Berufsaussichten so gut sind. Aber im BIZ bei der Agentur für Arbeit hat man mir davon abgeraten etwas nur deshalb zu studieren, weil die Jobaussichten aktuell gut sind. Zumal im Moment offenbar so viele Ingenieurwese studieren, dass es gar nicht sicher ist ob in ein paar Jahren nicht zumindest kurzzeitig zu viele Ingenieure auf dem Markt sind. Außerdem bin ich in Mathe nicht so der Held.
    Ich interessiere mich mehr für Geschichte und so, vielleicht auch was im Bereich Design, weil das auch Spaß macht und es da mehr Jobs gibt. Hat jemand von Euch so was studiert? Die Unis sind ja auch nicht alle gleich gut.

    • Pistensau

      Pistensau

      • Re: Was studieren?

      • Studium

      am nächsten samstag ist eine messe, wo du dich über eine duale ausbildung informieren kannst. google mal nach karriere dual :)

    • Adrian

      Adrian

      • Re: Was studieren?

      • Studium

      es gibt tolle Ratgeber.. Einfach mal kaufen und durchlesen, auszugsweise hier mal einige interesannte: Recycling Kaffe Fischwart usw.

    • Superior80

      Superior80

      • Re: Was studieren?

      • Studium

      Ich habe mich auf den Rat meiner Eltern, Lehrer und der Freunde meiner Eltern nach dem Abi für Medizin eingeschrieben, weil die Jobchancen da so gut sein sollen. Plus hohes Ansehen und hohes Gehal...

    • Collingo

      Collingo

      • Re: Was studieren?

      • Studium

      Hallo Karlchen_1, sehe ich genauso. Wenn Dir Dein Job keinen Spaß macht, ist das doppelt schlecht. Einmal musst Du Dich jeden Tag zur Arbeit quälen. Außerdem wirst Du nie richtig gut sein, was Dei...

  • eick sternhagen

    eick sternhagen

    Hamburg

    • Luther - Antisemitismus; Melanchthon

    • Studium

    Luther – Antisemitismus; Melanchthon

    Luther war kein Antisemit.

    Vielmehr umgarnte er zunächst die Juden und wollte sie zur Stärkung seiner Bewegung in den Protestantismus einbinden. Da diese sich aber beharrlich sträubten, fing Luther an, gegen diese zu wettern, weil er durch deren Weigerung eine Stärkung des Katholizismus fürchtete. Luthers Invektiven waren unabhängig von ethnischen Diskriminierungen.

    Luther wurde im Dritten Reich dann vereinnahmt, ebenso wie Nietzsche. Beide wurden aber völlig fehl interpretiert.

    Da zudem das Judentum aufgrund seiner Entwicklungs- und Diaspora-Geschichte keine Rasse darstellen kann, war der Antisemitismus eine Fata Morgana, die bei Hitler unterschiedliche sehr wirre und unlogische Ursachen hatte, u. a. resultierend aus einem einer jüdischen „Verschwörer-Gruppe“ zugeschriebenen Anschlag auf die von Hitler geliebte bayerische (kommunistische) Räteregierung während seiner Zeit als Gefreiter.

    Der Mufti von Jerusalem beschwerte sich im Übrigen 1936 bei seinem Freund Hitler über die Verwendung des Begriffes „Antisemitismus“. Er, der Mufti, sei als Araber schließlich auch Semit, aber Anti-Zionist.

    Emotional mag es zwar fragwürdig erscheinen, Luthers Anti-Judaimus auf seine Befürchtung vor dem Zulauf der Juden zur Papstkirche zurückzuführen und dadurch eine vermeintliche Entschuldigung zu liefern. Der Sachverhalt jedoch ist folgender:


    • eick sternhagen

      eick sternhagen

      Hamburg

      • Re: Luther - Antisemitismus; Melanchthon

      • Studium

      Fortsetzung: Zunächst bleibt festzuhalten, dass Luthers Motiv, anders als bei Hitler, kein rassistisches war. Luther lebte zudem in einem provinzialen „Krähenwinkel“, in den hinein der Antijudaism...

  • eick sternhagen

    eick sternhagen

    Hamburg

    • Der Irrtum über Feuerbach - Feuerbachs Christologie

    • Studium

    (von Eick Sternhagen)

    verbesserte und ergänzte Fassung:


    Der Irrtum über Feuerbach
    (von Eick Sternhagen)

    Feuerbach gilt allgemein als großer Motivator der Aufklärung, als Atheist, der den Glauben des Menschen an Gott als Projektion menschlicher Wünsche und Bedürfnisse darstellt. Wesentlicher Bezug für den Unterricht in der Sekundarstufe II sind Auszüge aus seinem Werk „Über das Wesen des Christentums“. Feuerbach wird jedoch falsch aufgefasst – zur Gänze. So lernen Schüler/innen das Falsche über Feuerbach. Das Falsche wird als das Richtige angesehen und somit das Falsche als das Richtige geprüft.

    Feuerbach kann nur unter Berücksichtigung seiner Schriften insgesamt richtig verstanden werden. Nach eigener Aussage gelangt er zwar von Gott über die Vernunft zum Humanismus, jedoch sind christologische Vorstellungen in seinem metaphysischen Geist fest verankert. Nicht zuletzt als Hegelianer widmet er sich dem Rationalismus. Er verabschiedet sich vom Kreationismus, also dem buchstäblichen Bibelverständnis. Er lehnt diesen als Bibelkundiger genauso ab wie seinerzeit Darwin als Theologe, ohne Gott zu verleugnen. Sein Gottesverständnis ist geblieben.

    Seiner Konzentration auf die Immanenz Jesu Christi, in dem Gott für uns leidet, setzt er die von ihm kritisch reflektierte menschliche Entfremdung durch die Projektion auf den Gott im Jenseits entgegen. Von Feuerbach wird das Weltsein Christi vor Augen geführt und der „dreieinige Gott“ in die Wirklichkeit dieser Welt gerückt, dies nicht als von Feuerbach dreieinig geglaubter Gott, vielmehr als Gott an sich und Jesus nicht als geglaubter Sohn Gottes, vielmehr als historische Immanenz und Inkarnation Gottes, der wahren Botschaft, die sich als Symbol hinter der kreationistischen Buchstäblichkeit verbirgt. Feuerbach versteht die Worte als Zeichen. Erst als solche erhalten sie in ihrer Sinnlichkeit Bedeutung. An die jungfräuliche Geburt Jesu als Sohn Gottes glaubt Feuerbach nicht. (Vgl. Udo Kern, Der andere Feuerbach, S. 143 ff.)

    Durch seine Kritik am Wesen des Christentums übt er keine Kritik an der Religiosität an sich, vielmehr an der christlichen Bigotterie seiner Zeit, in der die Frommen kreationistisch ihre Vorstellungen auf das, was sie als Gott auffassten, (in die Ferne) projizierten und in der diese Bigotterie sich die Industriellen und der Klerus zunutze machten, um ihre Interessen im Christentum verankert zu wissen.

    Marx’ Freude über den „Atheismus“ des Ludwig Feuerbach ist verbunden mit der Kritik an der fehlenden Gesellschaftskritik Feuerbachs. Diese hatte Feuerbach jedoch unausgesprochen längst geleistet. Doch Feuerbachs Gottesverständnis ist kein atheistisches, obwohl er zwischen wahren und nicht wahren Atheisten unterscheidet, dies aber nur im Kontext der Ablehnung des christlich bigotten kreationistischen Gottesbildes seiner Zeit. Tatsächlich war Feuerbach aber nicht wahrer A-theist an sich, sondern als Naturalist und Christologe Anti-Theist: Gott ist für ihn nicht theistisch, also von der Sinnlichkeit aus gesehen das Übersinnliche, sondern das Sinnliche an sich und somit konkret, sinnlich bei uns und in uns. (Vgl. dazu Feuerbach, Sämtliche Werke II, S. 273).


    Empfehlenswerte Lektüre:
    Udo Kern, Der andere Feuerbach, Sinnlichkeit, Konkretheit und Praxis als Qualität der „neuen Religion“ Ludwig Feuerbachs, Münster 1998.


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